Krisenvorsorge
Hausapotheke für den Krisenfall: Was wirklich hineingehört
Eine Krisen-Hausapotheke deckt die ersten Tage ohne Arzt oder offene Apotheke ab: Verbandsmaterial, Fiebersenker und Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit und Durchfall, Desinfektion sowie ausreichend persönliche Dauermedikamente. Orientierung bietet die offizielle Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
- Persönliche Dauermedikamente für mindestens zwei Wochen einplanen
- Verbandsmaterial, Fiebersenker und Mittel gegen Durchfall decken die meisten Fälle ab
- Verfallsdaten regelmäßig prüfen, sonst nützt die beste Liste nichts
Eine Krisen-Hausapotheke ist keine Miniatur-Klinik, sondern eine gezielte Ergänzung Ihrer normalen Hausapotheke für den Fall, dass Apotheke und Arzt vorübergehend schwerer erreichbar sind. Diese Seite zeigt, was wirklich hineingehört und was am häufigsten übersehen wird.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprechen Sie insbesondere persönliche Dauermedikamente, Allergien und Dosierungen für Kinder mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.
Wofür die Krisen-Hausapotheke gedacht ist
Sie überbrückt die Zeit, in der die reguläre Versorgung eingeschränkt ist, etwa bei einem längeren Stromausfall oder wenn Apotheken vorübergehend nicht erreichbar sind. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt sie als festen Bestandteil der allgemeinen Notfallvorsorge.
Die Grundausstattung nach Kategorie
- Verbandsmaterial: Pflaster in verschiedenen Größen, sterile Kompressen, Mullbinden, Verbandschere, Einmalhandschuhe.
- Schmerzen und Fieber: ein Schmerz- und Fiebersenker für Erwachsene und eine kindgerechte Variante, falls Kinder im Haushalt leben.
- Magen und Darm: Mittel gegen Durchfall und Übelkeit sowie Elektrolytpräparate gegen Flüssigkeitsverlust.
- Desinfektion und Wundversorgung: Wunddesinfektionsmittel, Fieberthermometer, Pinzette, Splitterpinzette.
- Sonstiges: Zeckenzange, Mückenschutz je nach Jahreszeit, eine aktuelle Liste aller Medikamente und Allergien für den Notfall.
Der wichtigste Punkt: persönliche Dauermedikamente
Alle allgemeinen Listen sind zweitrangig gegenüber diesem einen Punkt: Wenn Sie oder ein Familienmitglied auf Dauermedikamente angewiesen sind, planen Sie einen Vorrat für mindestens zwei Wochen ein und besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wie Sie im Ernstfall an Nachschub kommen. Das betrifft Herz-Kreislauf-Medikamente ebenso wie Insulin, Blutverdünner oder Asthma-Sprays.
Kinder: eigene Anforderungen
Dosierungen für Kinder unterscheiden sich deutlich nach Alter und Gewicht und ändern sich mit dem Wachstum. Prüfen Sie kindgerechte Präparate und deren Dosierung bei jeder halbjährlichen Kontrolle neu, statt sich auf ein Jahre altes Fläschchen zu verlassen.
Pflege: Verfallsdaten regelmäßig prüfen
Eine Hausapotheke, die nie kontrolliert wird, ist im Ernstfall wertlos. Zweimal im Jahr reicht für die meisten Haushalte. Hinweise zur richtigen Entsorgung abgelaufener Medikamente veröffentlicht die Verbraucherzentrale.
Was Sie jetzt konkret tun können
- Bestand sichten: vorhandene Hausapotheke gegen die Kategorien oben prüfen.
- Dauermedikamente klären: Vorrat und Nachschub mit Arzt oder Apotheker besprechen.
- Prüftermin eintragen: zwei feste Termine im Jahr für Verfallsdaten und Kinderdosierungen.
Ihre konkreten Lösungswege
Die Hausapotheke ist ein Baustein von mehreren:
- Erst die Grundlagen? Krisenvorsorge: der Einstieg.
- Kurzfristig raus müssen? Notfallrucksack packen.
Bunkerberater berät herstellerneutral. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Mehr unter Über uns.
Kurz und klar beantwortet.
Reicht meine normale Hausapotheke, oder brauche ich mehr?
Die meisten Haushalte haben Pflaster und ein Schmerzmittel, aber selten genug für zwei Wochen ohne offene Apotheke. Prüfen Sie vor allem Mengen und Verfallsdaten, nicht nur, ob etwas grundsätzlich vorhanden ist.
Was, wenn ich oder mein Kind Dauermedikamente brauchen?
Das ist der wichtigste Punkt der gesamten Liste. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über einen Vorrat für mindestens zwei Wochen und darüber, wie Sie Nachschub organisieren, wenn die reguläre Versorgung länger unterbrochen ist.
Wie oft sollte ich die Hausapotheke prüfen?
Zweimal im Jahr reicht für die meisten Haushalte, zum Beispiel zur Zeitumstellung. Prüfen Sie Verfallsdaten und ob sich Dosierungen bei Kindern durch Wachstum geändert haben.
Wohin mit abgelaufenen Medikamenten?
Nicht über Toilette oder Ausguss entsorgen. Alte Medikamente gehören je nach Kommune in den Hausmüll oder zur Apotheke als Rücknahmestelle, die genauen Regeln nennt Ihre örtliche Verbraucherzentrale.