Autarkie
Notheizung ohne Strom: Petroleum, Gas und Holz im Vergleich
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Ohne Strom heizen Sie im Haus am ehesten mit einem Petroleum- oder Gasofen, im Bestand mit einem Holzofen am Schornstein. Alle drei verbrauchen Sauerstoff und erzeugen Kohlenmonoxid. Entscheidend ist deshalb nicht das Gerät, sondern die Frage, ob der Raum ausreichend Frischluft bekommt.
- Ein Raum reicht: Heizen Sie im Notfall nicht das Haus, sondern einen Rückzugsraum.
- Kohlenmonoxid ist geruchlos. Ein CO-Melder gehört zu jedem Verbrennungsgerät.
- Brennstoff altert unterschiedlich schnell und braucht eine sichere Lagerung.
Fällt der Strom im Winter aus, steht in den meisten Häusern nach kurzer Zeit auch die Heizung: Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für Pumpe, Regelung und Zündung. Wie lange es dann dauert, bis es unangenehm wird, hängt am Gebäude. In einem gut gedämmten Neubau sind es Tage, in einem ungedämmten Altbau Stunden. Was ein Ausfall im Alltag sonst noch auslöst, steht unter Blackout: was wirklich passiert.
Warum ein Raum genügt
Der häufigste Planungsfehler ist der Versuch, die gewohnte Raumtemperatur im ganzen Haus zu halten. Das kostet ein Vielfaches an Brennstoff und ist mit tragbaren Geräten nicht zu schaffen. Sinnvoll ist ein Rückzugsraum: klein, möglichst innenliegend, Türen zu, Rollläden nachts geschlossen.
Als Zielwert reichen 16 bis 18 Grad. Das ist kein Komfort, aber es verhindert Auskühlung und Feuchteschäden. Decken, warme Kleidung und ein isolierter Schlafplatz tragen mehr bei, als die meisten erwarten.
Petroleum, Gas oder Holz: was wofür taugt
Petroleumofen
- Läuft ohne Strom und ohne Anschluss, dosierbar, vergleichsweise leise.
- Brennstoff ist lange lagerfähig und in haushaltsüblichen Mengen gut zu bevorraten.
- Erzeugt Geruch beim Anzünden und Löschen, verlangt konsequentes Lüften.
Gasheizer mit Kartusche oder Flasche
- Sofort einsatzbereit, gut regelbar, im Handel breit verfügbar.
- Verbrennt zu Wasserdampf, treibt also die Luftfeuchte im Raum nach oben.
- Flaschen gehören nicht in Keller oder unter Erdgleiche, weil Propan schwerer als Luft ist.
Holz- oder Kaminofen
- Unabhängig von Brennstofflieferungen, wenn Holz vorhanden ist, und liefert die meiste Wärme.
- Setzt einen zugelassenen Schornstein voraus, ist also keine Nachrüstung für jeden Raum.
- Braucht Platz für trockene Lagerung, feuchtes Holz heizt schlecht und verrußt den Zug.
Kohlenmonoxid: das eigentliche Risiko
Jedes dieser Geräte verbrennt Sauerstoff aus dem Raum. Wird die Verbrennung unvollständig, etwa weil zu wenig Frischluft nachkommt, entsteht Kohlenmonoxid. Das Gas ist farb- und geruchlos, und die ersten Anzeichen einer Vergiftung, also Kopfschmerzen und Müdigkeit, werden im Winter leicht falsch gedeutet.
- Verbrennungsgeräte nie in geschlossenen Räumen ohne Frischluftzufuhr betreiben.
- Mehrmals täglich quer lüften, auch wenn es Wärme kostet.
- Einen CO-Melder auf Kopfhöhe im selben Raum anbringen und die Batterie prüfen.
- Keine Geräte betreiben, während alle schlafen.
Grillgeräte und Heizpilze für den Außenbereich gehören unter keinen Umständen in Innenräume. Eine nüchterne Übersicht zu Notfallvorsorge im Haushalt führt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Wie viel Brennstoff ist sinnvoll
Rechnen Sie nicht in Wochen, sondern in Tagen und in einem Raum. Für einen Rückzugsraum von etwa 15 Quadratmetern liegt der Bedarf je nach Gerät und Dämmung grob bei einem bis zwei Litern Petroleum oder einem halben bis einem Kilogramm Gas pro Tag. Das ist eine Hausnummer für die Planung, keine Auslegung: Die tatsächlichen Werte stehen in der Anleitung Ihres Geräts.
Lagern Sie Brennstoff kühl, trocken und außerhalb der Wohnräume, in zugelassenen Behältern und in der Menge, die Ihre Gebäudeversicherung und die Landesbauordnung zulassen. Wer im Schutzraum plant, sollte das früh mitdenken.
Was das für einen Schutzraum bedeutet
In einem Schutzraum gelten andere Regeln als im Wohnzimmer. Dort läuft die Luftversorgung über die Schutzbelüftung, und ein offenes Feuer wäre ein Fremdkörper im System: Es verbraucht genau die Luft, die die Anlage aufwendig filtert. Wie diese Technik arbeitet, steht unter ABC-Schutzbelüftung. Die Wärme kommt dort aus der Abwärme der Menschen und der Technik, nicht aus einem Ofen.
Ihre konkreten Lösungswege
Wärme ist nur ein Teil des Problems. Was als Nächstes sinnvoll ist, hängt davon ab, was bei Ihnen schon steht:
- Warme Mahlzeiten ohne Strom zubereiten? → Kochen ohne Strom
- Strom für Pumpe und Regelung der Heizung sichern? → Notstrom für den Haushalt
- Im Ausfall informiert bleiben? → Notfallradio und Kurbelradio
- Einen Schutzraum planen und die Wärmeversorgung mitdenken? → Orientierungsgespräch anfragen
Kurz und klar beantwortet.
Kann ich mit Teelichtern und Blumentöpfen heizen?
Nein. Der Effekt ist physikalisch vernachlässigbar, weil ein paar Teelichter kaum Wärme liefern, und die Brandgefahr ist erheblich: Mehrere Teelichter nebeneinander können einen Wachsbrand auslösen. Als Notheizung ist das keine Option.
Reicht ein Gaskocher zum Heizen?
Ein Kocher ist zum Heizen nicht gebaut und dafür auch nicht zugelassen. Er gibt seine Wärme punktuell ab, ist nicht regelbar und wird oft ohne Aufsicht betrieben. Zum Heizen gehört ein Gerät, das dafür vorgesehen ist, zum Kochen ein Kocher.
Wie lange hält Petroleum im Lager?
Sauber gelagert, also kühl, dunkel und im geschlossenen Originalbehälter, ist Petroleum mehrere Jahre haltbar. Wichtiger als das Datum ist der Zustand: Trübung, Bodensatz oder Geruchsveränderung sprechen gegen die Verwendung.
Brauche ich für einen Holzofen eine Genehmigung?
Für den Anschluss an den Schornstein ist die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger erforderlich, und es gelten Vorgaben zu Emissionen und Aufstellung. Sprechen Sie vor dem Kauf mit dem zuständigen Schornsteinfegerbetrieb, das erspart teure Fehlkäufe.