Autarkie
Kochen ohne Strom: Gaskocher, Hobo und Esbit im Vergleich
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Ohne Strom kochen Sie am einfachsten auf einem Gaskocher mit Kartusche, im Freien auf einem Hobo mit Holz und für kleine Mengen mit Esbit oder Spiritus. Alle Verfahren verbrennen Sauerstoff und gehören daher ins Freie oder an eine offene Tür, nie in einen geschlossenen Raum.
- Gaskartusche ist der beste Kompromiss aus Aufwand, Tempo und Lagerfähigkeit.
- Ein Topf mit Deckel spart mehr Brennstoff als jedes Gerät.
- Rechnen Sie mit rund einer Kartusche pro Person und Woche, wenn nur warmes Essen und Getränke anfallen.
Kochen ist im Stromausfall selten das erste Problem, aber das, was am schnellsten auf die Stimmung schlägt. Eine warme Mahlzeit und ein heißes Getränk ändern an einem kalten Abend mehr, als ihr Nährwert vermuten lässt. Was in den Vorrat gehört, steht unter Lebensmittel bevorraten.
Die drei Verfahren im Vergleich
Gaskocher mit Kartusche
- Sofort heiß, gut regelbar, sauber und ohne Vorbereitung nutzbar.
- Kartuschen sind praktisch unbegrenzt lagerfähig und platzsparend zu stapeln.
- Bei Kälte lässt der Druck nach, die Kartusche also nicht draußen lagern.
Hobo-Kocher mit Holz
- Brennstoff kostet nichts und ist fast überall verfügbar.
- Nur im Freien nutzbar, dazu rußig und deutlich langsamer.
- Braucht trockenes Material und etwas Übung, bis das Feuer zuverlässig zieht.
Esbit und Spiritus
- Sehr klein und leicht, sinnvoll im Notfallrucksack statt in der Hausvorsorge.
- Geringe Leistung: für eine Tasse geeignet, für einen Topf Suppe mühsam.
- Spiritus brennt fast unsichtbar, Nachfüllen bei brennendem Kocher ist gefährlich.
Wo Sie kochen dürfen
Alle drei Verfahren verbrennen Sauerstoff und erzeugen dabei Kohlenmonoxid. Der Balkon, die Terrasse oder ein Platz an der weit geöffneten Tür sind die richtigen Orte. Ein geschlossener Innenraum ist es nicht, und ein Keller schon gar nicht.
- Nie unbeaufsichtigt kochen, auch nicht kurz.
- Standfesten, nicht brennbaren Untergrund wählen.
- Kartuschen und Brennstoff nicht neben dem laufenden Gerät lagern.
- CO-Melder im Rückzugsraum, wenn dort ohnehin ein Verbrennungsgerät steht.
Wie viel Brennstoff Sie brauchen
Für zwei warme Mahlzeiten und ein paar heiße Getränke am Tag reicht erfahrungsgemäß etwa eine 230-Gramm-Kartusche pro Person und Woche. Das ist eine Planungsgröße, kein Versprechen: Kaltes Wetter, große Töpfe und offenes Kochen ohne Deckel verschieben den Wert deutlich nach oben.
- Deckel benutzen. Das allein spart je nach Gericht ein Drittel der Energie.
- Wasser nur in der Menge erhitzen, die Sie wirklich brauchen.
- Auf Gerichte setzen, die kurz garen, oder vorgegarte Vorräte einplanen.
- Eine Kochkiste hält Angesetztes ohne weitere Energie über eine Stunde heiß.
Was in die Küche gehört, wenn nichts mehr geht
Zum Kochen gehört Wasser, und das ist im Ausfall der kritischere Teil. Wie viel Sie brauchen und wie Sie es aufbereiten, steht unter Wasserversorgung im Notfall. Für den Überblick über die empfohlene Haushaltsbevorratung ist die Übersicht des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die nüchternste Quelle.
Wer ohnehin über einen Schutzraum nachdenkt: Dort wird nicht mit offener Flamme gekocht. Die Versorgung läuft über kalte Verpflegung und, wenn überhaupt, über elektrische Kleingeräte an der Notstromversorgung. Mehr dazu unter Notstrom für das Einfamilienhaus.
Ihre konkreten Lösungswege
Ein Kocher allein trägt nicht weit. Je nachdem, was bei Ihnen noch fehlt:
- Den Rückzugsraum warm halten? → Heizen ohne Strom
- Den Vorrat passend zusammenstellen? → Lebensmittel bevorraten
- Einen Schutzraum planen und die Versorgung mitdenken? → Orientierungsgespräch anfragen
Kurz und klar beantwortet.
Kann ich einen Gaskocher in der Wohnung benutzen?
Nur bei weit geöffnetem Fenster oder offener Balkontür und unter ständiger Aufsicht. Besser ist der Balkon oder die Terrasse. In fensterlosen Räumen und im Keller ist der Betrieb tabu, weil sich Kohlenmonoxid dort unbemerkt ansammeln kann.
Wie lange halten Gaskartuschen?
Ungeöffnet und trocken gelagert praktisch unbegrenzt, weil das Gas nicht altert. Achten Sie auf Rost am Blech und auf Dellen an der Naht. Beschädigte Kartuschen gehören nicht in Gebrauch, sondern zum Wertstoffhof.
Was ist besser, Stech- oder Schraubkartusche?
Schraubkartuschen lassen sich abnehmen und weiterverwenden, Stechkartuschen müssen leergebrannt werden. Für die Hausvorsorge ist das Schraubsystem flexibler, für den einmaligen Einsatz ist die Stechkartusche günstiger.
Brauche ich einen Campingkocher oder reicht ein Grill?
Ein Holzkohlegrill erzeugt sehr viel Kohlenmonoxid und darf ausschließlich im Freien betrieben werden, auch nicht in der Garage oder im offenen Carport. Für Vorsorge ist ein Gaskocher die bessere Wahl, weil er regelbar, schneller und sauberer ist.