Krisenvorsorge

Krisenvorsorge starten: Die ersten Schritte

Kurz und knapp

Fangen Sie mit Wasser an, dann Lebensmittel, dann Hausapotheke, dann Information und Dokumente. Diese Reihenfolge folgt der Frage, was Ihnen am schnellsten fehlt und am schwersten zu ersetzen ist. Teure Ausrüstung kommt zuletzt, nicht zuerst. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt als Orientierung einen Vorrat für rund zehn Tage.

Harun Kuskondu Krisenvorsorge-Berater
Aktualisiert am 25. Juli 2026 Orientiert an Schweizer Norm TWP 1984

Der häufigste Fehler beim Einstieg in die Krisenvorsorge ist, mit dem Sichtbarsten statt mit dem Wichtigsten zu beginnen: eine teure Powerstation im Regal, aber kein Wasservorrat im Keller. Diese Seite ordnet die Reihenfolge, in der ein Einstieg tatsächlich sinnvoll ist. Den Gesamtüberblick über alle Vorsorge-Bereiche finden Sie unter Krisenvorsorge: Der vollständige Einstieg.

Schritt 1: Wasser

Wasser ist der kritischste Posten, weil der Körper es am schnellsten braucht und weil es sich am schlechtesten improvisieren lässt. Rechnen Sie mit rund zwei Litern Trinkwasser pro Person und Tag, plus etwa der gleichen Menge für Hygiene und Kochen. Details zu Vorratsmengen, Lagerung und Aufbereitung stehen unter Wasserversorgung im Notfall.

Schritt 2: Lebensmittel

Der zweite Schritt ist ein Vorrat aus Dingen, die Sie ohnehin essen und regelmäßig austauschen. Das ist wirksamer und günstiger als ein teures Langzeitnahrungs-Set, das jahrelang unangetastet im Keller steht. Wie viel realistisch sinnvoll ist, ordnen wir unter Notvorrat an Lebensmitteln ein.

Schritt 3: Hausapotheke

Eine Krisen-Hausapotheke deckt die ersten Tage ohne Arzt oder offene Apotheke ab. Besonders wichtig: ausreichend persönliche Dauermedikamente, die sich im Ernstfall nicht kurzfristig beschaffen lassen. Details unter Hausapotheke für den Krisenfall.

Schritt 4: Information

Fällt der Strom aus, brechen Mobilfunk und Internet nach einiger Zeit weg. Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio ist dann die verlässlichste Informationsquelle. Ergänzend sinnvoll sind die amtlichen Warn-Apps, solange Netz und Akku verfügbar sind, siehe NINA, KATWARN, MoWaS.

Schritt 5: Dokumente

Wichtige Unterlagen in einer griffbereiten Mappe zu bündeln kostet nichts außer einer Stunde Zeit und ist einer der unterschätztesten Schritte. Was hineingehört, steht unter Dokumentenmappe.

Schritt 6: Notgepäck

Erst wenn die Versorgung zu Hause steht, lohnt sich ein Notgepäck für den Fall, dass Sie die Wohnung verlassen müssen. Die Packliste finden Sie unter Notfallrucksack packen.

Schritt 7: Absprachen in der Familie

Der letzte Grundschritt kostet ebenfalls kein Geld: klären, wo man sich trifft und wie man sich erreicht, wenn Mobilfunk ausfällt. Details unter Familien-Notfallplan.

Warum Ausrüstung zuletzt kommt

Notstromlösungen, Filtertechnik und ähnliche Anschaffungen sind sinnvoll, aber sie lösen kein Problem, das ohne sie nicht schon durch Vorrat und Planung abgedeckt wäre. Wer mit der teuren Technik beginnt und die Grundlagen auslässt, hat viel Geld ausgegeben und trotzdem eine Lücke bei Wasser und Nahrung. Wenn die ersten sieben Schritte stehen, ist der Einstieg in Autarkie-Themen wie Notstrom der logische nächste Schritt.

Was das realistisch kostet

Die ersten Schritte lassen sich weitgehend im normalen Wocheneinkauf erledigen, verteilt über mehrere Wochen statt in einer großen Anschaffung. Genau das ist auch der Ratschlag des BBK: schrittweise aufbauen, statt einmalig zu hamstern.

Ihre konkreten Lösungswege

Diese Seite ordnet den Einstieg. Wenn die Grundlagen stehen und Sie über baulichen Schutz nachdenken, klären wir das herstellerneutral, ohne Verkaufsdruck:

Häufige Fragen

Kurz und klar beantwortet.

Wie lange sollte mein Vorrat reichen?

Das BBK empfiehlt als Orientierung rund zehn Tage. Wer mehr Platz hat, kann aufstocken; entscheidend ist, dass die Grundlagen überhaupt vorhanden sind.

Muss ich alles auf einmal anschaffen?

Nein, und das ist auch nicht sinnvoll. Ein schrittweiser Aufbau über mehrere Wochen ist günstiger und führt zu einem Vorrat, den Sie tatsächlich verbrauchen und rotieren.

Brauche ich als Erstes ein Notstromaggregat?

In aller Regel nicht. Wasser, Lebensmittel und Medikamente decken die häufigeren und kritischeren Lücken ab. Notstrom ist ein sinnvoller späterer Schritt, kein Einstieg.

Ist Krisenvorsorge nicht übertrieben?

Die Empfehlung, für einige Tage unabhängig von der Versorgung zu sein, stammt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und richtet sich an alle Haushalte. Sie zielt auf Alltagslagen wie Stromausfall oder Unwetter, nicht auf Extremszenarien.

Ihre konkreten Lösungswege

Sagen Sie mir, was Sie schützen wollen.

Beschreiben Sie kurz Ihre Situation. Sie bekommen eine belastbare Einschätzung, welcher Weg zu Ihnen passt und was er kostet.